fundstück

28. Oktober, 2008

sehr geile sache…hat mir gerade der gute dr.buff zu gemailt…gefunden auf flickr…liest selber:

Graffiti ist für die meisten Menschen ein Fluch. Gerade wenn es um Sachbeschädigung geht, hört der Spass auf. RAKETE versucht an Hand einer Kurzgeschichte und einem Interview mit dem Sprüher „Fos“, das Denken und Handeln von Sprayern zu erläutern.

Der Leserbrief 28.01.2004
Hallo, ich bin im Internet auf Eure Seite gestoßen, weil ich per „Google“ gezielt nach FOENS/Düsseldorf gesucht habe. Als S-Bahn-Fahrgast sehe ich tagtäglich die Aufschrift FOENS in den verschiedensten Ausfertigungen in D.-Hbf-Nähe – und wollte endlich wissen, was das soll – und welchem Zweck das dient. Ursprünglich dachte ich, das sei sicher der Name einer Düsseldorfer Rockband oder ähnliches …
Vielleicht könntet Ihr mich ja mal aufklären.
Vorab: ich bin Grafik-Designer, kein Beamter *grins*, ich habe einen Job in einem Verlag in Ratingen – und bin somit sicher nicht blind für die Schönheit von Graffiti, grafischem Können und so weiter …
… trotzdem, ich verstehe dies ganze Gesprühe nicht. Zumindest dann nicht, wenn es so massiv ist und jeder freie Meter zugekleistert wird.
Ich bin 42 – und zu meiner Teenyzeit gab es auch schon Graffiti. Wenn das Graffito aber schön war und geil aussah, dann wurde es nicht tagsdrauf gleich wieder von einem anderen übersprüht und: DIE AUSSAGE DER GRAFFITI WAR FÜR JEDERMANN ERKENNBAR. Da standen dann so Sachen wie „Freiheit für Nicaragua“ oder „Free the RAF“ usw. Oft sah man die Stones-Zunge, das Markenzeichen der Rolling Stones und so weiter …
Man konnte also etwas anfangen mit den Graffiti an den Wänden.
Nicht nur der Opi oder die Hausfrau von Nebenan können mit dem ganzen Kürzelkleister nix anfangen, auch Leute wie ich – oder mein Sohn, der mittlerweile 14 Jahre alt ist und das alles total sinnlos und schäbig findet.
Ich sitze zum Beispiel tagtäglich in der S-Bahn – und die Fahrt von Köln-Weiden nach Ratingen ist hin und zurück immer verdammt lang. Ich kann während der öden, langweiligen Fahrten zeitweilig nicht einmal mehr durch die Scheiben gucken, weil die zugesprüht oder total verscratcht wurden – ich finde das ehrlich gesagt scheiße! Da ist nix revolutionäres dran. Klärt mich bitte mal auf! Danke vorab.

Gruss, Detlef

Wholetrain – Die Story
Es war kurz vor Mitternacht, das Handy klingelte. Zeit aus dem Haus zu gehen. Meine zwei Jungs warteten schon pünktlich in ihrem Wagen. Aufgeregt fuhren wir los zu einem Ort, der 1 1/2 Stunden entfernt lag.

Unser Ziel: ein kleines verschlafenes Nest, weit entfernt von der Großstadt. Wir überfuhren eine Bahnschranke: Da lag der Bahnhof. Jetzt hieß es einen guten Parkplatz zu finden, denn nicht weit von dem Bahnhof war unser ersehnter Spot, eine kleine gemütliche Abstellanlage für Züge.
Kurz vor zwei. Wir parkten in einer ruhigen Seitenstraße, von wo wir uns unbehelligt in ein Waldstück schleichen konnten. Wir bereiteten uns auf unser Vorhaben vor. Man spürte die Spannung, die einem langsam den Hals zuschnürte. Handschuhe und ein
T-Shirt um das Gesicht. Es konnte losgehen.
Durch das Waldstückchen kamen wir schnell auf die Bahngleise, auf denen wir leise an einem Schrebergarten entlang tippelten. Mit Pedro kletterte ich über einen Zaun in die Kleingartenanlage. Achtsam vor Bewegungsmeldern durchstöberten wir einige Gärten nach Leitern. Nach kurzer Suche wurden wir fündig. Olli nahm die Leitern über den Zaun entgegen. Jetzt konnten wir voll ausgerüstet Richtung Spot gehen. Wir mussten vorsichtig sein um niemanden in den anliegenden Häusern zu wecken. Es war nicht gerade einfach leise zu sein. Denn verfehlte man eine Bahnschwelle, hörte man sofort die Steine aufklackern.
Geschafft. Endlich.
Zur linken sah man den Bahnhof und rechts, den Schienen folgend, erblickten wir die Abstellanlage, die schön im Dunkeln lag.

Pedro ging nun alleine ohne Material in die Abstellanlage und schaute ob die Luft rein war. Er gab ein Handzeichen. Wir folgten. Der Puls stieg mit jedem Schritt, den wir uns den Zügen näherten. Die Sinne waren gespitzt. Man vernahm jedes noch so leise Geräusch. Obwohl es kalt war, schwitzten wir aus allen Löchern. Angekommen, legten wir leise unsere Leitern und Taschen nieder. Man hörte das Brummen der Stromgeneratoren, denn die Züge wurden über Nacht geladen. Mit weit aufgerissenen Augen legte ich die Sprühdosen zurecht, die ich zuvor markiert hatte: im Dunkeln lassen sich die Farbbeschriftungen schlecht erkennen…


Im Magazin kannst Du den kompletten Text lesen
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// KONZEPT, TEXT, ILLUSTRATION: ROQUESILFREDI ODER DER SCHMIERFINK
// POSTER: ROQUESILFREDI ODER DER SCHMIERFINK
// VIELEN DANK AN: FOS (KOKS)


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